Feiertage und Traditionen mit Unverträglichkeiten

Keine anderen Traditionen haben sich bis ins 21. Jahrhundert so gut hinübergerettet wie Traditionen rund um die Vorweihnachtszeit, Weihnachten und Silvester. Dies ist nicht nur in Europa so, sondern auch in anderen Industriestaaten.
Die Traditionen sind jedoch nicht nur mit Geschenken verknüpft, sondern auch mit Gerichten. Während wir im letzten Beitrag die Süßigkeiten und die Getränke auf dem Weihnachtsmarkt angesehen haben, geht es nun in die Küche.

Traditionelle Weihnachtsessen – Rezepte ändern

Der Gans geht es an den Kragen, aber mit Fructoseintoleranz muss auch das Rezept neu gedacht werden.
Nicht mit Äpfeln und auch nicht mit Orangen füllen! Es sei denn, Sie kennen Ihre individuelle Empfindlichkeit und wissen, dass Sie auf Boskoop nicht reagieren werden. Boskoop ist eine Apfelsorte, die weniger Fruchtzucker als andere Apfelsorten enthält.
Ansonsten können wir folgende Varianten empfehlen:
  • Esskastanien haben fast keinen Fruchtzucker.
  • Walnüsse haben rund 3 bis 5 Gramm Fruchtzucker auf 100 Gramm.
  • 100 Gramm Cranberries aus der Tiefkühlabteilung enthalten 3 Gramm Fruchtzucker.
Tiefgekühlte Beeren wie Cranberries können die fruchtige Note in die Gans bringen, ohne das Gericht mit zu viel Fructose zu belasten. Wer keine Walnüsse mag, kann auf eingeweichtes Brot zurückgreifen.
Achten Sie bei geschälten Kastanien darauf, dass diese nicht in Zuckersirup liegen. Verwenden Sie keine getrockneten Früchte, denn Trockenfrüchte enthalten konzentrierten Fruchtzucker durch den Trocknungsvorgang. Greifen Sie lieber zu frischen Produkten oder Tiefkühlware.

Ente und Fructoseintoleranz

Ente in Orangensauce oder klassisch, einfach Canard à l’Orange, muss auch neu gedacht werden. Orangen haben zwar nur rund 10 Prozent Zucker insgesamt auf 100 Gramm, aber der Anteil des Fruchtzuckers variiert je nach Sorte und für die Ente wird ungefähr ein Liter Orangensaft benötigt. Zudem erhöht das Kochen den Fruchtzucker, und zwar nicht nur beim Orangensaft, sondern auch bei Wein.
Beim Wein entweicht der Alkohol komplett und auch ein Teil des Aromas, aber Fruchtzucker überlebt das Kochen und kann in konzentrierter Form in der Sauce zurückbleiben. Die Flüssigkeitsmenge nimmt ab, aber der Fruchtzucker bleibt.
Die Ente könnte man mit einer Entenbouillon kochen und zum Schluss ungekochten Cranberry- oder Preiselbeersaft dazugeben. Auch etwas frisch gepressten Orangensaft kann man hinzufügen, wenn der Saft nicht mehr gekocht wird und nur etwa 10 Prozent der Flüssigkeitsmenge ausmacht.
Für eine gute Entenbouillon, einfach Entenklein mit Wurzelgemüse zuerst 30 Minuten im Backofen anrösten und dann 8 Stunden auf dem Herd „köcheln“ lassen. Selbstverständlich kann man anstelle von Entenklein auch Gänseklein verwenden. Und was tun, wenn Sie als Gast mit gefüllter Gans oder Ente mit Orangensauce konfrontiert sind? Bitten Sie einfach um eine Portion ohne Sauce und Füllung, also nur Fleisch mit Beilage. Erklären Sie einfach, Ihr Arzt habe Ihnen Früchte verboten, genauso wie Alkohol. Insbesondere, wenn es kein trockener Rotwein ist. Letzterer weist bei Zimmertemperatur nur wenig Fruchtzucker auf. Aber wie bei Wein, gilt auch bei Sekt: „nur trockene Varianten sind bei Fructoseintoleranz eher verträglich“.
Bildquelle: KI generiert