Diabetikerprodukte bei Fructoseintoleranz?

Vorsicht vor Diabetikerprodukten! Und eigentlich gilt dies nicht nur für Leute mit Fructoseintoleranz. Warum Lebensmittel für Diabetiker diskussionswürdig sind, erklären wir hier in diesem Artikel.

Was ist in Diabetikerprodukten als Zuckeraustauschstoff enthalten?

Gerade in Diabetikerprodukten sind häufig Fructose, Sorbit und Xylit (Birkenzucker) enthalten. Fructose anstelle von Zucker hat in Diabetikerprodukten eine lange Tradition und galt in den 50er, 60er und 70er Jahren als der Klassiker in Süßigkeiten für Diabetiker.
Sorbit wird, wie Xylit, insulinunabhängig verstoffwechselt, und zwar direkt über die Leber. Dies gilt auch für die Fructose. Xylit und Fructose lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen, doch deutlich weniger und langsamer als Haushaltszucker. Durch die Art der Verstoffwechslung gilt Fructose auch ohne Fructoseintoleranz heute trotzdem nicht mehr als ein idealer Austauschstoff für Zucker.
Heute werden auch Stevia und Erythrit eingesetzt. Mit diesen Süßstoffen gibt es bei Fructoseintoleranz keine Probleme, denn für Betroffene sind sie unbedenklich.

Warum sind Diabetikerlebensmittel umstritten?

Kurz und knapp formuliert – Fruchtzucker wird direkt in der Leber verstoffwechselt und zu Triglyceriden, also Fett, umgebaut. Dies fördert eine Fettleber.
Der Insulinspiegel steigt zwar weniger an, aber Diabetiker riskieren ein metabolisches Syndrom inklusive Fettleber und erhöhten Blutdruck zu bekommen.
Kannte man früher Fettleber nur bei Alkoholmissbrauch, ist die Fettleber durch Lebensmittel inzwischen auch bei Menschen angekommen, die nie Alkohol trinken. Übrigens – auch der in den USA so beliebte Maissirup hat die gleiche metabolische Wirkung wie Fruchtzucker.
Man muss also nicht unter Fructoseintoleranz leiden, um Diabetikerprodukte zu meiden. Statt diese Produkte zu kaufen, besser zu Lebensmitteln mit Erythrit und Stevia greifen.

Sind reine Diabetikerprodukte seit 2012 verboten?

Die Kennzeichnung „für Diabetiker geeignet“ ist auf Lebensmitteln seit Oktober 2012 verboten. Moderne wissenschaftliche Erkenntnisse können keinen Vorteil bei diesen Lebensmitteln nachweisen – im Gegenteil. Durch die Annahme, dass man ausgewiesene Diabetikerprodukte ohne weitere Auswertung der Inhaltsstoffe essen darf, können Diabetiker Schaden nehmen. Neben ungesunden Zuckeraustauschstoffen kommen auch noch zu viele und ungesunde Fette ins Spiel. Fett als Geschmacksträger muss manchmal ausbügeln, was Zuckeraustauschstoffe geschmacklich anrichten können.

Was bedeutet dies nun für Menschen mit Fructoseintoleranz?

Finger weg von Lebensmitteln mit der Kennzeichnung „für Diabetiker geeignet“. Auch im Urlaub. Das Verbot der entsprechenden Kennzeichnung gilt nämlich längst nicht in allen Ländern. Im Urlaub können Sie im Supermarkt leicht auf eine ganze Regalreihe mit solchen Produkten stoßen.
Die simpelste Variante für Fructoseintolerante und für Diabetiker ist noch immer „einfach selber backen“! Damit ist man auf der sicheren Seite und weiß ganz genau, was im Kuchen, der Praline oder dem Likör ist.
Bildquelle: Robert Brenner  pixelio.de
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